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Die Forchheimer Gallier*innen Liste

„Wir schreiben das Jahr 2020. Ganz Bayern ist schwarz-orange besetzt (und die Regnitzachse voller roter OBs). Ganz Bayern? Nein. Eine Stadt in Oberfranken ist Grün …“ Unser Asterix-Motto beim Forchheimer Faschingsumzug. Als Miraculina hatte ich mit unserem starken Team viel Spaß: Albert Fießer als Asterix, Marco Neubauer als Obelix und Birgit Fechter als Hinkelstein. Edith Fießer als Gutemine, Melanie Rövekamp und Emmerich Huber als Troubadix-Duo, Steffen Müller-Eichtmayer als gewöhnlicher Gallier, Barbara Kornalik als Verleihnix. Übrigens: In Zivil stehen die alle auf unserer Stadtratsliste. Und, ganz im Ernst: um Zauberkräfte und Hinkelsteinwerfen geht’s da nicht. Aber Power und bezaubernde Ideen für Forchheim hätten wir schon …

 

Bürgermeister Benedikt Bisping aus Lauf zu Gast bei Annette Prechtel

OB-Wahl: Mehr Kommunikation und Konsequenz gefragt

Wo grün regiert, werden die Themen der Zukunft angepackt

Was ändert sich in einer Stadt, wenn sie grün regiert wird? Darum ging es beim Besuch des Ersten Bürgermeisters von Lauf, Benedikt Bisping, in Forchheim. Die Stadt an der Pegnitz ist Kreisstadt wie Forchheim und mit rund 28.000 Einwohnern ähnlich groß. Der Grüne Bisping ist dort seit 2008 Rathauschef. Bispings Antwort: Es ändert sich nicht alles auf einmal, aber „die Themen der Zukunft werden angepackt“. Nach einem Stadtspaziergang erläuterten Bisping und Forchheims OB-Kandidatin Annette Prechtel gemeinsam, was dies konkret bedeutet. Dabei ging es längst nicht nur um klassisch grüne Themen wie besseren ÖPNV und die Energiewende, sondern besonders um eine nachhaltige und planbare Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik sowie Kommunikation und Transparenz.

Prechtel hatte Bisping eingeladen, weil sie bei einem Besuch in Lauf viele Dinge erlebt hatte, die in Lauf besser laufen als anderswo. Bisping wiederum war trotz des aktuellen Wahlkampfs und vieler Anfragen aus ganz Bayern gekommen, weil er die Forchheimer FGL-Fraktionsvorsitzende seit langem kennt und „sehr gerne als Kollege in der Metropolregion mit ihr zusammenarbeiten würde“, wie er sagte.  „Annette Prechtel überzeugt durch Persönlichkeit, Programm und Power im Dreiklang“, fand Bisping.

Weil Bisping mit der S-Bahn am Bahnhof ankam, ging es zunächst um die Gestaltung des Bahnhofsumfelds. Wie der Laufer Bürgermeister an seinen Bahnhöfen (Lauf liegt an zwei Linien) mit Problemen wie mangelnden Parkplätzen für Fahrräder wie Autos umgehe und wie der schwierige Verhandlungspartner Bahn zu Zugeständnissen zu bewegen sei, wollten Prechtel und FGL-Stadtratskandidat Steffen Müller-Eichtmayer wissen. „Das Zauberwort ist Kommunikation“, so Bisping. Wenn die Bahnvertreter wüssten, dass da jemand wirklich am Bahnverkehr interessiert sei, seien sie sehr wohl gesprächsbereit. „Wenn eine Annette Prechtel den bayerischen Bahnbeauftragten Josel einlädt, dann wird der kommen, da bin ich überzeugt“, so Bispings Einschätzung im Blick auf die mangelhafte Situation am Bahnhofsausgang Richtung Bayreuther Straße.

Das mit der Kommunikation gelte im Übrigen für alle Themen, insbesondere im Umgang mit den Bürger*innen der eigenen Stadt. Bisping empfahl dringend, alle Sitzungsunterlagen im Internet zu veröffentlichen und leicht zugänglich zu machen, soweit sie nicht aus gesetzlichen Gründen geheim bleiben müssen. „Das schafft auch Vertrauen“, so seine Erfahrung.

Annette Prechtel zeigte dem Gast aus Lauf die vielen schönen „Eckla“ der Stadt und das historische Rathaus. Bisping zeigte sich begeistert, vor allem auch von den vielen unbekannten Ecken und Gässchen an der Wiesent. „Da lässt sich doch noch viel mehr draus machen“, staunte er und bestätigte Annette Prechtel in ihrem Ziel, die Innenstadt gut erreichbar zu halten, aber in Teilen deutlich zu beruhigen. „Wenn die Gastronomie mehr Raum hat, lockt sie im Frühjahr, Sommer und Herbst mehr Leute in die Stadt“, so Bisping am Säumarkt.

Bisping wunderte sich, dass es in der Stadt so wenige Photovoltaikanlagen gibt. „Da haben wir Nachholbedarf“, bestätigte Prechtel und freute sich,  dass Städte wie Lauf zeigen, wie die öffentliche Hand da eigentlich als Vorbild vorangehen kann und mit Förderprogrammen auch die Bürger*innen mit ins Boot holt. In Lauf ist der Anteil der regenerativen Energien am Strommix trotz vieler energieintensiver Industriebetriebe mit gut 60 Prozent deutlich höher als in Forchheim.

Weitere Themen waren die Kultur (Bisping, auf dessen Stadtgebiet sich unter anderem das bekannte Dehnberger Hoftheater befindet: „wird immer wichtiger, auch im Wettbewerb um Fachkräfte“) und die Bildung. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten moderne Schulen und ein gutes Angebot an Kita-Plätzen“, so Bisping.

Schließlich ging es noch einmal um die Frage eines Journalisten, ob die Politik mit einer grünen Stadtspitze „radikaler“ würde. Antwort Annette Prechtel: „Nein, aber konsequenter!“ Antwort Benedikt Bisping. „Sie wird zukunftsorientierter. Viele hecheln den Themen und Herausforderungen hinterher, wir sind Trendsetter.“ Was grün derzeit so attraktiv mache sei, „dass wir Antworten auf die Fragen der Zukunft haben“. Dennoch verstehe er sich nicht als Parteipolitiker. „Auf meiner Visitenkarte steht nicht grüner Bürgermeister, sondern Bürgermeister der Stadt Lauf.“

Neujahrsempfang

Beim Neujahrsempfang der Forchheimer Grünen Liste (FGL) hat OB-Kandidatin Dr. Annette Prechtel deutlich gemacht, für welche Entwicklung Forchheims sie steht. Vor rund 140 interessieren Bürger*innen und geladenen Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen der Stadt betonte sie, die Führung der Stadt sei eine komplexe Aufgabe, die nicht mit einfachen Parolen zu beschreiben sei. Sie ging deshalb auf Wirtschaft, Ökologie, Soziales und Kultur ein. Und sie sprach über das Klima im wörtlichen wie im übertragenen Sinne: Klimaschutz vor Ort, Forchheim auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune – aber auch als Stadt, deren politisches Klima von Respekt und Miteinander geprägt sein sollte. Nur als vielfältige, tolerante und solidarische Stadtgesellschaft könne Forchheim die Herausforderungen der Zukunft meistern. „Wir müssen viel miteinander reden und einander zuhören“, so Prechtels Überzeugung. Ihre Rede verdeutlichte auch, dass sie mit einem hohen Anspruch an das Amt herangeht.

Hier das komplette Manuskript.

 

Gemeinsam gegen AFD

Ein Kommentar von Emmerich Huber

Als Mitveranstalter der Gegen-Demo und als Bürger Forchheims bin ich stolz, erleichtert und dankbar dafür, daß so viele Menschen unserem Aufruf gefolgt sind. Ich möchte den Text auf dem Banner aufgreifen, das vor der AfD-Bühne hing: „Heimat ist ein kostbares Gut, das geschützt werden muß“. Über 1000 Bürger aus Stadt und Landkreis Forchheim haben eindrucksvoll gezeigt, daß wir

Gewässerschutz in Bayern: mangelhaft

MdL Dr. Christian Magerl zu Gast in Forchheim

Flächenversiegelung ist Mitursache für Hochwasser in Hausen und Heroldsbach

Überschwemmungen, Dürren, Millionenschäden, Nitrat im Grundwasser, Pestizide in Seen und Flüssen:  seit 30 Jahren ist Wasser- und Gewässerschutz das zentrale Thema für den promovierten Biologen und Grünen-Abgeordneten Christian Magerl. Lisa Badum und Emmerich Huber, der Grüne Landtagskandidat für den Landkreis Forchheim, freuten sich, mit Magerl einen der profiliertesten Umweltschützer Bayerns in Forchheim begrüßen zu dürfen.

Wie komplex das Thema „Wasser“ ist, merkte man gleich an Magerls erster Weichenstellung, nämlich Schutz des Wassers und Schutz vor dem Wasser.

Für Überschwemmungen wie am 5. Juli in Hausen oder im Juli 2007 in Forchheim und Baiersdorf benennt Magerl 2 wesentliche Mitursachen: den Klimawandel mit der Häufung extremer Wetterlagen wie Starkregen und die zunehmende Bodenversiegelung. „Von versiegelten Flächen fließt Wasser rasch ab, sammelt sich an tieferen Punkten, die bestehende Kanalisation ist überfordert, Überschwemmung die Folge. So einfach ist Physik und wird doch immer wieder ignoriert.“ erklärte Magerl.

Als weitere Folge des Klimawandels beschreibt er großflächige Wetterphänomene, die sich nicht bewegen und über Tage in einer Region je nachdem Hitze und Trockenheit, oder viel Niederschlag bringen. Letzteres führte Ende Mai 2013 zu Hochwasser in Oberfranken und zu Katastrophen in Passau und besonders Simbach.  Da helfen lt. Magerl auch technische Einrichtungen nur bedingt. Er fordert eine Renaturierung schon in den Oberläufen von Flüssen und Bächen und sagt. „Man muß Wasser in der Fläche denken – wenn es in den Flüssen ist, ist es oft schon zu spät“.

Vom Hochwasser kam Magerl dann zur Belastung des Grundwassers mit Schadstoffen, insb. Nitraten, was gerade auch in Franken zunehmend zum Problem wird. Die Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof wegen permanenter Überschreitung der Grenzwerte nennt er eine Schande für Deutschland und Bayern und die neue Gülle-Verordnung nicht zielführend. Ohne radikales Umdenken bzgl. der exportorientierten Intensiv-Landwirtschaft und insb. Massentierhaltung wird sich seiner Meinung nach das Problem eher verschärfen. Für die Karpfen- und Forellenzucht in Franken benennt er die Belastung mit Mikroplastik und hormonell wirksamen Stoffen als weitere Probleme.

Zuhörer, die fragten, ob man unserem Trinkwasser denn noch trauen könne, beruhigte Magerl. Die Wasserversorgung sei zum Glück in kommunaler Hand und die Qualität gewährleistet – auch wenn das schwieriger werde und er deshalb mit Preissteigerungen rechne. Grünen-Sprecher Huber stellte abschließend mit leichtem Unverständnis fest, daß trotz der bekannten Probleme, aber auch Erkenntnisse, mit unserem wichtigsten Lebensmittel immer noch so leichtsinnig umgegangen werde und es immer wieder an den Grünen hänge, da aktiv zu werden. Ironisch fügte er hinzu: „Gut, dass es Malta gibt, sonst wären wird in der EU auf dem letzten Platz beim Gewässerschutz“.

Forchheimer Bündnis gegen Flächenfraß

Das „Forchheimer Bündnis gegen Flächenfraß“ ist offiziell besiegelt. Es besteht  aus den Landkreis-Grünen, der Forchheimer Grünen Liste, dem Bund Naturschutz KG Forchheim, der Bürgerinitiative BIWO, der ÖDP, dem Landesbund für Vogelschutz und der AG Bäuerliche Landwirtschaft, Regionalgruppe Franken. Emmerich Huber wird das Bündnis und dessen weitere Aktionen koordinieren.

An die 50 Forchheimer,

darunter auch einige zufällig vorbeikommende Passanten, haben am 17. Mai nachmittags in der Forchheimer Fußgängerzone demonstriert, mit welchem Tempo in Bayern Natur unwiederbringlich neu versiegelt wird. Dazu verlegten sie im Eiltempo 60 Kartons von je 1,5 qm Fläche, so daß 90 qm der Hauptstraße unter den Kartons verschwanden. Mitten unter den Versieglern war auch Ludwig Hartmann, Fraktionschef der Grünen im Bayer. Landtag

und Initiator des Volksbegehrens „Betonflut stoppen“, um weiter auf den ungebremsten Flächenfraß in Bayern aufmerksam zu machen. Emmerich Huber, Sprecher der Grünen in Forchheim, dirigierte und kommentierte die Aktion für die Aktiven und die vorbeikommenden Forchheimer am Lautsprecher.

Er klärte auf, dass nach Zahlen des Bayerischen Umweltministeriums in Bayern je Sekunde 1,5 qm Natur unter Beton und Teer verschwinden und entsprechend die mit Pappe bedeckte Fläche von 90 qm in genau einer Minute. Pro Tag sind das dann die oft zitierten 13,1 Hektar und pro Jahr mit im Schnitt 44,7 qkm mehr als das gesamt Stadtgebiet von Forchheim.

Nach der Aktion machte sich ein Fahrradcorso mit 31 Teilnehmern vom Paradeplatz aus auf nach Forchheims Süden, um die Highlights des Flächenfraßes zu besichtigen – darunter vor allem die „Klassiker“, nämlich ebenerdige Einkaufsmärkte und Tankstellen mit riesigen, teils mehrere Hektar großen Parkplätzen. Die meisten Teilnehmer kannten die Flächen vom Einkaufen und Vorbeifahren, waren jetzt beim bewußten Hinschauen aber doch betroffen vom Ausmaß der Flächenverschwendung.

Um 19.30 Uhr gab es schließlich im Familienzentrum von St. Johannis einen Vortrag von Ludwig Hartmann zum Volksbegehren und einen spezieller Blick von Dr. Buchholz, Vorstand des Bund Naturschutz Forchheim, auf den Landkreis mit anschließender Diskussion. Hartmann betonte, daß es nicht Ziel des Volksbegehrens sei, Bodennutzung völlig zu unterbinden, sondern eine verantwortungsvollere, intelligentere Nutzung. Das sei ohne jeden Schaden für den Wirtschaftsstandort Bayern möglich. Es müsse mehr nach oben und unten gebaut werden, auch wenn die Versiegelung von Wiesen und Ackerland oft der einfachere und billigere Weg sei. Auch Buchholz betonte, daß Natur nicht endlos dem Profit geopfert werden dürfe. Als großes Problem benannte er auch den oft unsinnigen Wettbewerb von Kommunen untereinander um Gewerbesteuern, was oft zu einem Überangebot an Gewerbeflächen führe, die dann zu Dumpingpreisen verschleudert würden.

Betonflut eindämmen

Volksbegehren damit Bayern Heimat bleibt

In die Listen für das vor 3 Wochen gestartete Volksbegehren „Damit Bayern Heimat bleibt: Betonflut eindämmen“haben sich in Forchheim laut Grünensprecher Emmerich Huber bereits über 200 Bürger eingetragen. Huber ist begeistert vom Engagement der Forchheimer, die teilweise gezielt zum Unterschreiben an den Infostand der Grünen kommen und froh sind, daß endlich etwas gegen die überbordende Versiegelung der Landschaft unternommen wird. Huber kontert auch entschieden die Kritik von Gemeindetags-Präsident Uwe Brandl, der die Initiative für verfassungswidrig und schädlich für die Wirtschaft hält und erklärt, die Gemeinden gingen sorgsam mit Grund und Boden um.

Schon den Verfassungseinwand hält Huber, selbst Jurist, für abwegig. „Im Gegenteil“ sagt er, „ die Bayerische Verfassung enthält in Artikel 141 einen klaren Auftrag an Staat und Gemeinden,

Landschaft und Natur zu schützen. Daß Staat und Gemeinden diesem Auftrag gerade nicht nachkommen, ist leider unübersehbar und dieser Flächenfraß muß gestoppt werden.“

Das betont auch Lisa Badum, neugewählte Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Forchheim-Bamberg. Angesichts der Realität von rd. 13 Hektar Landschaftsverbrauch je Tag (!) findet sie die Aussagen Brandls fast schon zynisch. Ihr gehe es persönlich gerade darum, nachhaltiges Wirtschaften zu fördern und Ökonomie und Ökologie zusammenzubringen. Das Volksbegehren behindere weder Gemeinden noch Unternehmer. Es gehe darum, intelligenter zu planen, aufgelassene Gewerbegebiete wieder zu nutzen und insgesamt endlich sorgsamer mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Sie ist überzeugt, daß die erste Hürde des Volksbegehrens, nämlich 25.000 Unterstützer, sicher und schon in absehbarer Zeit erreicht wird.

Die Grünen weisen darauf hin, dass die Unterschriftenlisten auch an Samstagen  von 9.30 bis 13 Uhr an ihrem Infostand in der Fußgängerzone ausliegen.

Über die vielfältige Bedrohung unseres Landkreises lesen Sie verschiedene Artikel im Wiesentboten.

Stopp die Bodenversiegelung

Schluss mit dem Flächenfraß

Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt werden in Bayern im Durchschnitt pro Jahr 44,7 Quadratkilometer Bodenfläche neu versiegelt. Das sind fast 30 Hektar mehr als die Fläche des gesamten Stadtgebietes von Forchheim. Rechnerisch wird also die Fläche Forchheims in 363 Tagen neu versiegelt. Wie rasant die Bodenversiegelung in Bayern voranschreitet demonstrierten die Grünen und der Bund Naturschutz  in der Fußgängerzone Forchheims mit vorbereiteten Pappkartons. Aber Pappe bei Dauerregen ist natürlich ein Problem. Helfer und auch einige Passanten, die mitmachen wollten, schauten besorgt auf die Wolken. Schließlich entschied man: „In Bayern wird bei jeden Wetter betoniert, also ziehen wir das auch durch“. Punkt 12 Uhr erfolgte per großem Gong der Startschuss und dann wurde nach Plan versiegelt was das Zeug hielt. Links und rechts vom Bächla waren auf Höhe der Volksbank je 30 durchnummerierte und je 1,5qm große Kartons abgelegt und auf jeder Seite hatten sich je 10 „Naturzerstörer“aufgestellt. Im Sekundentakt musste dann jeder Helfer einen Karton in der richtigen Reihenfolge ablegen, zurück zum Stapel, den nächsten Karton holen und wieder ablegen. Das ganze 60 Sekunden lang, so dass am Ende 90qm Fläche entlang des Bächla  mit der Aufschrift „Diese Fläche wird in Bayern in 1 Minute versiegelt“ lagen. Damit wurde genau das Tempo nachgestellt, mit dem in Bayern Boden und Natur zubetoniert, geteert und überbaut werden. Pro Tag sind das 13,1 Hektar, oder etwa 18 normal große Fußballplätze.Trotz redlicher Anstrengung und teils im Laufschritt brauchte man 7 Sekunden länger als geplant. „Nicht einmal mit 20 Leuten und minutiöser Vorbereitung kann man mit dem Tempo der Bodenversiegelung in Bayern Schritt halten“ staunten Emmerich Huber und auch Lisa Badum, Bundestagskandidatin der Grünen für den Wahlkreis Forchheim/Bamberg.  „So wie bisher darf es mit dem Naturverbrauch einfach nicht weitergehen“ sagt sie und fährt fort: „Unser Bayern gibt es nur einmal, Land und Boden sind nicht vermehrbar und wir müssen endlich sorgsamer damit umgehen.“ Sie verweist außerdem darauf, daß ebenfalls nach Erhebungen des Landesamtes für Umwelt über 11.000 Hektar stillgelegte Gewerbeflächen offiziell gemeldet sind und fordert, daß diese aufbereitet und genutzt werden. Badum setzt dabei auf das von den Grünen aktuell gestartete Volksbegehren gegen die Betonflut  und hofft, dass dieses rasch die 1. Hürde von 25.000 Unterstützern nimmt und letztlich in ein Gesetz zur Eindämmung des Flächenverbrauchs mündet.Auch Heinrich Kattenbeck, Sprecher der Bürgerinitiative pro Wiesental und Dr. Uli Buchholz, Vorsitzender des Bund Naturschutz Kreis Forchheim waren aktiv dabei und diskutierten mit den Bürgern über die geplante Ostumgehung.  „Dieses Irrsinnsprojekt vor unserer Haustür verbraucht mindestens 50 Hektar Land und es zerstört unwiederbringlich schönste Landschaft und Heimat“ beklagt Kattenbeck. Er bezweifelt zudem jeglichen verkehrlichen Nutzen und ist sich sicher, dass die Umgehung in der geplanten Form insgesamt zu mehr Verkehrs- und Lärmbelastung führen wird. Nicht abgestimmt war die Versiegelungsaktion übrigens mit dem Start des Volksbegehrens gegen die Betonflut, aber es passte gut und so konnten sich die Bürger schon vor und nach der Aktion in die Unterschriftenlisten eintragen. Rund 80 Forchheimer kamen dem nach und es wären sicher noch mehr gewesen, wenn die Listen gereicht hätten. Huber verspricht, dass am nächsten Samstag, 16.9. am Infostand der Grünen genügend Listen vorhanden sein werden – bei jeden Wetter. 

 
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Hier gibt es die Aktion als Video

Zu Besuch in Berlin bei Uwe Kekeritz

„Globale Gerechtigkeit. Wie schaffen wir das?“ – Unter dieser Agenda stand der Besuch in Berlin bei Uwe Kekeritz, Sprecher für Entwicklungspolitik der Fraktion von B90/Die Grünen. Der Einladung sind 50 an Grüner Politik Interessierte aus Mittel- und Unterfranken gefolgt, um sich über die Herausforderungen einer gerechten und sozialen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zu informieren. An der vom Bundespresseamt organisierten Veranstaltung zur politischen Bildung vom 07. bis 09. Juni 2017 nahm auch Steffen Müller-Eichtmayer, Mitglied im Vorstand des Ortsverbands Forchheim, teil.

An allen drei Tagen

Grüne Europa Linde am Burker Kirchplatz

Nachdem die 1924 gepflanzte Hindenburglinde vor kurzem gefällt werden musste, spendeten einige Mitglieder der FGL 1000 Euro, um für Ersatz zu sorgen. Während die Hindenburglinde an das 10-jährige Jubiläum des Siegs von Dannenberg 1914 erinnern sollte, ist die Europa Linde einer friedlichen Zukunft in einem geeinten Europa ohne Siege und Niederlagen gewidmet. Wir sind fest davon überzeugt:  Frieden für unsere Nachkommen ist ohne ein geeintes Europa nicht möglich. Die Probleme der heutigen Welt sind nur gemeinsam mit unseren Nachbarn zu lösen.

MACH MIT- Stopp Glyphosat!

STOPP GLYPHOSAT

obwohl Glyphosat von der Weltgesundheitsorganisation als erbgutverändernd und "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wird, ist der Unkrautvernichter das am häufigsten eingesetzte Ackergift der Welt. 2017 wird darüber entschieden, ob Glyphosat in Europa für weitere 15 Jahre zugelassen wird, oder von den Äckern verschwindet. Mit einer Europäischen Bürgerinitiative fordern das Umweltinstitut und weitere Organisationen die EU-Kommission auf, Glyphosat endlich zu verbieten und uns insgesamt besser vor gefährlichen Pestiziden zu schützen.
Damit die Europäische Bürgerinitiative erfolgreich ist, müssen mindestens eine Million Unterschriften zusammenkommen. Unsere ist schon dabei.
Hier kannst auch Du mitmachen:
https://www.umweltinstitut.org/stop-glyphosat


Wir haben es satt

Unter dem Motto “Wir haben es satt” demonstrierten am Samstag 21.1.2017 auch die Forchheimer Grünen, angeführt von 130 Bulldog-Fahrern, zusammen mit fast 20.000 Bürger gegen Fehlsteuerungen in der Landwirtschaft. Zur Fahrt nach Berlin hatte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz einen Bus organisiert. Los ging`s um 5 Uhr früh am Bahnhof Forchheim, dann von ca. 10.30 bis 16.30 Uhr gut 6 Stunden Aktion bei Temperaturen um die null Grad und wieder retour kurz nach 22 Uhr. “Viel Aufwand, hinsichtlich 900 Km Fahrt nicht gerade ökologisch und auch wegen der Kälte ganz schön hart - aber gegen den Einfluss der Agrarindustrie-Lobby können wir nur mit entschlossenem Engagement überhaupt was bewirken” sagt Fabiola Reges-Huber. Sie ist überzeugt, dass die Demo ein starkes und sichtbares Zeichen gegen ein “weiter so” in der Landwirtschaftspolitik gesetzt hat – für mehr ländlich-bäuerliche Landwirtschaft an Stelle von Tierfabriken, durch Unmengen von Gülle verseuchte Böden und massenhaften Mißbrauch von Antibiotika und Pestiziden. Artgerechte Aufzucht an Stelle von bestialischer Massentierhaltung. Erhalt auch kleinerer Höfe, gerade in unserer  Region an Stelle des Aufkaufs von Agrarflächen durch Investoren, wie jüngst in großem Stil durch die Münchner Rück. Letzteres kommt einem Ausverkauf unserer Heimat gleich. 

Sprechchöre forderten Landwirtschaftsminister Schmidt von der CSU immer wieder auf, endlich aufzuwachen. Dazu Emmerich Huber, unser Sprecher: “ Was gerade die Bayerischen Minister von der CSU in Berlin abliefern ist schädlich, erbärmlich und peinlich. Ein Dobrindt erlaubt der Autoindustrie zu Lasten unserer Gesundheit seit Jahren massive Manipulation bei den Schadstoffen und quält uns (und Heerschaaren von hochbezahlten Beamten) mit seiner bescheuerten Ausländer-Maut und Minister Schmidt unterstützt mit Milliarden-Subventionen nach wie vor Massentierhaltung und Agrarindustrie, statt endlich die von uns Grünen seit Jahren geforderte Umsteuerung zu nachhaltiger Landwirtschaft in Angriff zu nehmen”.

Besonders ärgerlich finden wir Grüne außerdem das neue von Schmidt vorgestellte Lebensmittel-Label “Mehr Tierwohl”. Die Kriterien für die Vergabe stehen nicht einmal im Ansatz fest, irgendwo zwischen Bio und Industrieerzeugung soll es sein, und selbstverständlich freiwillig. Reine Augenwischerei statt wirksamer Maßnahmen. Mit Getöse wird so getan, als würde was getan. Eine weitere Alibiaktion anstatt die unhaltbaren Zustände durch klare Regelungen für den Tierschutz zu beenden. Von einer Umsteuerung der Agrarsubventionen hin zur naturverträglichen und tierfreundlichen Landwirtschaft können wir leider bis auf Weiteres nur träumen.

 

Krötenschutz

Mitglieder der FGL/ B90/Die Grünen trafen sich an den Örtelbergweihern, um zusammen mit dem Bund Naturschutz sicherzustellen, dass die Kröten bei ihrer alljährlichen Wanderung vom Wald ins Laichgebiet nicht überfahren werden. Trotz des Krötenwanderleitsystems ist es in vielen Fällen nötig, Hand anzulegen, um die Tiere sicher über die Straße zu bringen. Vor allem für Kinder

ist dies in jedem Jahr eine eindrucksvolle und äußerst erlebnisreiche Aktion. Wie die Bilder zeigen, bekommt man dabei nicht nur mit Kröten, sondern auch mit Lurchen hautnahen Kontakt. Und zur Stärkung nach getaner Arbeit , dürfen natürlich die Würstchen vom Grill auch nicht fehlen.

Jubiläum - Illustre Gäste würdigen 20 Jahre FGL

Zur Jubiläumsfeier im Pfarrzentrum St. Anna begrüßte der Ortsvorsitzende Emmerich Huber Gäste aus Forchheim und den Nachbarstädten.

Neben OB Franz Stumpf und Landrat Hermann Ulm waren auch einige Parteifreunde aus Erlangen und Bamberg angereist, um  gemeinsam zu feiern.

Ein Filmausschnitt des Bayerischen Fernsehens

Wirtschaft und Ökologie erfolgreich kombiniert

FGL-Stadtratsfraktion lud zum Vortrag mit Hans Mönninghoff ins Familienzentrum St. Johannis

Ein Ratsbeschluss, wonach kein Atomstrom mehr eingekauft wird, alle geeigneten öffentlichen Dächer werden unter breiter Bürgerbeteiligung zur Energieerzeugung durch Photovoltaik genutzt, der Energieverbrauch wird bis 2050 um 50% gesenkt und der Rest ausschließlich regenerativ erzeugt – was in Forchheim noch Zukunftsmusik ist, ist in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover längst Realität. Diese und noch viele weitere Beispiele für eine erfolgreiche grüne Wirtschafts- und Umweltpolitik schilderte auf Einladung der Stadtratsfraktion der Forchheimer Grünen Liste (FGL) der ehemalige Wirtschaftsdezernent und geschäftsführende Oberbürgermeister Hannovers, Hans Mönninghoff.

Dr. Annette Prechtel, Fraktionschefin der Grünen in Forchheim und Initiatorin zeigte sich erfreut über Echo und Erfolg der Einladung, denn unter den Gästen waren nicht nur einige Forchheimer Unternehmer, sondern auch die OB-Kandidaten von SPD, Freien Wählern und CSU.

 In Ihrer Einführung wies Prechtel auf das gravierende Problem des Flächenverbrauchs in Bayern und besonders in Forchheim hin. Aus Sicht der Grünen sei man in Forchheim hier an die Grenzen gestoßen. Sie wünsche sich deshalb ab sofort ökologische Kriterien bei Vergaben und die bessere Nutzung innerstädtischer Brachen. Wachstum allein könne kein Ziel mehr sein. Für die Zukunftsfähigkeit Forchheims werde es vielmehr wesentlich auf den Erhalt der Umwelt und der Lebensqualität ankommen.

Um dies zu erreichen, nannte Mönninghoff acht Erfolgsfaktoren und Projekte, als erstes die von Prechtel angesprochene Flächen-und Baupolitik. Hannover bevorrate schon seit Jahren Flächen, erschließe sie und verkaufe sie mit Gewinn. Aber nicht zum Höchstpreis, sondern an den, der den besten Ökostandard bietet. Man habe etwa Lidl dazu gebracht, einen neuen Markt in Passivhaus-Standard mit Photovoltaik auf dem Dach zu bauen, was vorher nahezu undenkbar schien. Einkaufszentren im Außenbereich und arbeitsplatzarme, aber flächenfressende Logistiker habe man in Hannover weitgehend vermieden. Außerdem habe die Reaktivierung von Brachen Vorrang vor dem Verbrauch von Grünflächen und jede Bebauung müsse mit dem ÖPNV erreichbar sein.

Wichtig sei auch, dass sich die Stadt selbst als wesentlicher Wirtschaftsfaktor bei der Beschaffung streng an ökologische Standards halte, egal ob bei Kaffee in den Büros oder Pflastersteinen für die Straßen. So sei über die Jahre ein breites Bewusstsein für soziale und ökologische Belange gewachsen. Besonderen Wert lege man auch auf die regionale Wertschöpfung, in der Stadt oder zumindest im nahen Umland.

Als wichtigste Ursache für den Erfolg nannte Mönninghoff abschließend den starken politischen Willen, auf Nachhaltigkeit und Ökologie zu setzen. Dafür gebe es in Hannover seit Jahren eine klare Ratsmehrheit, Unternehmen und Bürger könnten sich darauf verlassen und das habe in der Bevölkerung hohe Akzeptanz. Möglich geworden sei dies, weil in Hannover eine starke Grüne Fraktion mit stabil über 20% Stimmenanteil die wichtigen Impulse gesetzt habe und es gelungen sei, Wirtschaft, Wachstum und Ökologie zu vereinen. Das wünsche er auch Forchheim und den Forchheimer Grünen. Prechtel bedankte sich für den begeisternden Vortrag und versprach, die Forchheimer Grüne Fraktion werde weiter engagiert für mehr Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und Lebensqualität in Forchheim eintreten.

Die Präsentation von Hans Mönninghoff finden sie hier!