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Pressemitteilung der Stadtratsfraktion

PRESSEMITTEILUNG

Die Kulturpolitik und das Thema Gewerbeansiedlung beherrschten die jüngste Fraktionssitzung der Forchheimer Grünen im Stadtrat (FGL).

„Die Workshops zum Kulturentwicklungsplan waren spannend, sehr konstruktiv und ein gelungenes Beispiel für eine breite Beteiligung der ehrenamtlich Kulturschaffenden und interessierter Bürgerinnen und Bürger“, lobt die Fraktionsvorsitzende Annette Prechtel. Gerade vor diesem Hintergrund hält es die gesamte Fraktion für falsch, dass am vergangenen Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Kulturschaffenden ein „Klausurtag zur Findung eines Betreiberkonzeptes für Rathaus/Kolpinghaus“ stattgefunden hat. Dazu sei auch eine nur geringe Zahl an Stadtratsmitgliedern geladen gewesen, bedauert Prechtel, ausgerechnet der zuständige Haupt-Personal und Kulturausschuss aber nicht.

Für absolutes Unverständnis sorgte das Ziel der Klausurtagung, kommerzielle Betreiber vorsprechen zu lassen. Dafür gebe es weder einen grundsätzlichen Beschluss des Stadtrates, noch wird dies in Bezug auf das Kolpinghaus den Forchheimer Vereinen gerecht, die ehrenamtlich Kulturangebote machen wollen und dazu auch in der Lage sind. Die FGL-Fraktion plädiert dafür, dass sich die Stadtspitze mit den bereits vorhandenen Vorarbeiten für ein Kulturzentrum Kolpinghaus im Schulterschluss zwischen Stadt, Jungem Theater und weiteren Vereinen befasst und sich mit den Verantwortlichen über deren Vorstellung austauscht, bevor am Thema vorbei und über die Köpfe der Aktiven hinweg gearbeitet wird.

Grundsätzlich betont die FGL-Stadtratsfraktion, dass die kulturelle Nutzung des Kolpinghauses im Stadtrat beschlossen ist. Notwendige Räume für Schulen und Kitas müssten an anderem geeignetem Ort geschaffen werden. Hier sehe die Fraktion etwa einen Neubau auf einem  städtischen Grundstück, dass nach einem gelungen Umzug der Spielvereinigung Jahn im Süden frei würde. In Sachen einer Gewerbeansiedlung südlich Sandäcker erteilte die FGL-Fraktion den vorgestellten Plänen eine deutliche Absage. „Es ist absurd, dass sich die Stadtspitze öffentlich zum Artenschutz-Volksbegehren bekennt und zwei Monate später wissentlich ein geschütztes Gebiet mit einer europäisch geschützten Schmetterlingsart zur Bebauung anbietet“, empörte sich Stadträtin Edith Fießer. Und Gerhard Meixner kündigt an, dass wir uns „hier vehement dagegen wehren werden!“ Für die interessierte Firma muss ein alternativer und vertretbarer Standort gefunden werden.

  

Kulturhalle - Kolpinghaus

Wir möchten mit diesem Beitrag daran erinnern, dass die Musikerinitiative Megafon im Jahr 2013 ein erstes Konzept für eine Kulturhalle erarbeitete.

Auf dieser Basis wurde dann im Jahr 2014 zusammen mit dem Jungen Theater Forchheim ein umfassender Vorschlag zum Umbau des Kolpinghauses als Kulturzentrum der Öffentlichkeit vorgestellt.

Konzept Megafon 2013

Konzept JTF und Megafon 2014

 

Hoffentlich findet sich im Rahmen des Architektenwettbewerbs ein Bewerber, der diese fundierten Vorschläge aufgreift und realisierbar macht, damit wir ein neues Kolpinghaus bekommen, das allen Kulturschaffenden eine Bleibe bieten kann.

Kolpinghaus - zweiter Schritt vor dem ersten

Mit dem Architektenwettbewerb zum Kolpinghaus geht die Stadt den zweiten Schritt vor dem Ersten. Zwar ist es richtig, sich externe Ideen ins Haus zu holen, wenn aus einem denkmalgeschützten Vereinshaus alter Prägung ein modernes Kulturzentrum werden soll. Allerdings ist es notwendig, zuvor eine Vorstellung davon zu haben, was ein modernes Kulturzentrum leisten soll.

Darüber gibt es in der Stadt unterschiedlichste, noch nicht aufeinander abgestimmte Meinungen: Soll es eine Art besserer Jahnhalle werden, in der die Stadt eigene Veranstaltungen abhält und darüber hinaus das Haus mit Vermietungen füllt? Oder soll es ein lebendiges Kulturzentrum werden, an dem die Kulturszene Forchheims gemeinsam arbeitet? Wir bevorzugen die Variante eines solchen Zentrums für möglichst viele Träger der Forchheimer Kulturarbeit. Forchheim hat mittlerweile viele engagierte Kulturmacher, die aber bessere Rahmenbedingungen brauchen. Dazu zählt nicht nur eine Kulturhalle, sondern auch ein besseres Angebot an Probenräumen. Es wäre sinnvoll, aus dem Kolpinghaus eine ganzjährig und ganztags genutzte Aufführungs-, Proben- und Begegnungsstätte für Kulturschaffende und Publikum zu machen.

Dementsprechend ist es nach unserer Ansicht weniger Aufgabe des oder der künftigen Kulturbeauftragten der Stadt, die Vermietung der neuen Kolping-Kulturhalle zu managen.  Vielmehr geht es darum, eine fähige Person zu finden, die etwas von modernem Kulturmanagement in einer Stadt der Größenordnung Forchheims versteht. Für die FGL bedeutet das: Potentiale heben, Innovative Kulturarbeit fördern, die freien Träger organisatorisch, finanziell und fachlich unterstützen und für eine bessere Vernetzung ihrer Arbeit sorgen.

Zu klären ist auch, welches Betreiberkonzept die Halle bekommen soll: Managt ein städtisches Kulturamt den gesamten Betrieb oder gibt es eine GmbH mit Geschäftsführer? Sitzen Hallenmanagement und Teile des Kulturamts im Rathaus oder im Kolpinghaus? Wie werden die Freien Träger in das Betreibermodell eingebunden? Gibt es eine Gastronomie nur für den Getränkeverkauf bei Abendveranstaltungen, oder ist sie ein dauerhafter, verpachteter Betrieb, der die Treffpunktfunktion eines Kulturzentrums stützt?

All diese Fragen müssen vor der Entscheidung über ein bauliches Konzept geklärt sein. Andernfalls kann es schlimmstenfalls passieren, dass ein optisch vielleicht überzeugender Entwurf das Rennen macht, der aber den gewünschten Funktionen für das Forchheimer Kulturleben im Weg steht. Wir fordern den Stadtrat deswegen auf, sich mit diesen Fragen inhaltlich auseinanderzusetzen und erst auf dieser Grundlage zu entscheiden, wie der Umbau aussehen soll.

Das Junge Theater als  erfolgreicher, gemeinnütziger und professionell arbeitender Kulturträger hat gemeinsam mit Megafon unseres Erachtens sehr ernstzunehmende Vorlagen für die notwendige Diskussion geliefert. Wir plädieren dafür, die Fachleute von JTF und Megafon so wie weitere kompetente Träger aus Forchheim eng in die Planung einzubeziehen.

Die Entscheidungen in Sachen Kolpinghaus werden das Forchheimer Kulturleben auf Jahrzehnte hinaus prägen. Deshalb sind wir für eine umfassendere, fachlich tiefgehende Befassung mit dem Thema. Kultur ist wichtig für Forchheim. Wir sollten beim Kolpinghaus um die beste Lösung ringen!

Die Zeitung fragt, wir antworten

Vier Fragen der NN

Stichwort: Verkehrspolitik

a) Was bringt die Ostspange dem Forchheimer Bürger?
b) Gibt es Verbesserungsbedarf beim ÖPNV?

Die Berechnungen des Straßenbauamtes zeigen, dass die Ostspange wenig Entlastung für die Anwohner der Bayreuther Straße bringt. In der Summe wären die Auswirkungen auch für Reuth und Forchheim-Ost negativ: Denn alle Bewohner der Hänge würden stärker mit Lärm belastet. Die Verschandelung des Wiesenttals bedeutet zudem einen Verlust von Heimat und Lebensqualität für alle Forchheimer. Gerade weil ein Großteil des Verkehrs durch Reuth Ziel-Quell-Verkehr ist, sollte sowohl der Bustakt durch Reuth – wie im ganzen Stadtgebiet - erhöht werden, und eine zusätzliche Linie die Wohngebiete oberhalb der Bayreuther Straße erschließen.

 


Stichwort: Innenstadtentwicklung

Wie können Paradeplatz und Hornschuchallee attraktiver werden?

Am Paradeplatz ist eine grundlegende Umgestaltung dringend nötig! Mehr Grün, ein echter Spielplatz, feste Marktstände und ein neuer, freundlich wirkender Belag könnten einen Platz zum Verweilen, Einkaufen und Genießen schaffen. Für eine Aufenthaltsqualität mit Flair, am Paradeplatz und in der Hornschuchallee schlagen wir eine weitere Verkehrs­beruhigung vor. Eine echte Aufwertung der Hornschuchallee darf nicht wegen der damit verbundenen Neuordnung der Parkplätze blockiert werden. Die Parkplätze zu reduzieren ist möglich, wenn gleichzeitig ein modernes Parkleitsystem aufzeigt, dass in geringer Entfernung fast immer ausreichend Parkraum vorhanden ist.

Stichwort: Jugend und Bildung

Nennen Sie uns bitte drei für Sie wichtige Themen, die Sie im Bereich Bildungs- und Jugendpolitik in den  nächsten Jahren angehen wollen.
Ein Aspekt, der die NN interessiert: Was wird aus dem Mosom?

Die Förderung der offenen Jugendarbeit ist ebenso wichtig wie die Jugendarbeit von Vereinen und Verbänden.  Ein echtes Jugendzentrum mit qualifiziertem Personal, ein geeigneter städtischer Jugendpfleger/in sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendring sind deshalb ein Muss – und böten die Chance, den Treff Mosom wiederzubeleben.

Die Auswertung der Sozialraumanalyse wäre eine wichtige Grundlage für die Jugend- und Bildungsarbeit in Forchheim. Es ist wichtig, alle Schulstandorte in den Stadtteilen zu sichern. Kinder und Jugendliche brauchen Freiraum, das heißt verkehrsberuhigte Wohngebiete und attraktive, sichere Spielplätze und Grünflächen.

 


Stichwort: Kultur

Welche Veranstaltungen sollen in den kommenden Jahren das kulturelle Profil Forchheims prägen?
Ihre Vorstellungen zur Zukunft des Kolpinghauses?

Der Kunsthandwerkermarkt, das ZirkArt-Festival und die Afrika-Kulturtage sind prägend für Forchheim geworden und das soll so bleiben. „Kulturelle Vielfalt für alle!“ heißt unser Ziel. Klassische Musik, Theater, Kabarett und Literatur, Jazz, Rock und Pop. Wichtig ist auch die Förderung lokaler Künstler und Musikgruppen, vor allem durch ein entsprechendes Raumangebot für Proben, Aufführungen und Ausstellungen. Ein möglichst zentral gelegenes, städtisches Kulturzentrum ist an diesen Maßstäben zu messen. Das Kolpinghaus kann diesen Anspruch u.U. erfüllen. Vor einer Entscheidung müssen aber Raumangebot, Organisation, Trägerschaft und Kosten auf den Tisch.

 


Stichwort: Gewerbeansiedlung

Bringen Speditionen der Stadt genügend Arbeitsplätze?
Wo sehen Sie den Wirtschaftsstandort Forchheim in sechs Jahren?

Speditionen alleine sind eher wenig arbeitsplatzintensiv. Forchheims Lage ist für Unternehmen so attraktiv, dass es möglich ist, Prioritäten zu setzen: zugunsten von Unternehmen, die soziale und ökologische Standards einhalten und viele Arbeitsplätze auf möglichst wenig Fläche bieten. Die städtische Wirtschaftspolitik sollte vermehrt bestehende Unternehmen unterstützen. Mit einer konsequenten Energiewende vor Ort  können die heimischen  Handwerksbetriebe gestärkt werden. Wenn Forchheim qualitatives Wachstum anstrebt  und den Flächenverbrauch stoppt, kann die Stadt in den nächsten Jahren an Attraktivität für Bewohner und Unternehmen noch gewinnen.

 

Für eine Stadt reich an Kultur

Forchheim hat kulturellen Nachholbedarf – wir helfen aufzuholen! Dazu unterstützen wir die Einrichtung eines Kulturamts, das alle kulturellen Angebote in der Stadt koordiniert und weiterentwickelt sowie Kulturschaffende aller Art unterstützt. Zu dessen Aufgaben zählt die langfristige Sicherung des von Ehrenamtlichen getragenen Jungen Theaters mit seinem vielfältigen Angebot ebenso wie eine ausreichende Personalausstattung der Kaiserpfalz, um deren Potenzial weiter auszubauen. Ziel der FGL ist auch die Einrichtung eines angemessenen Bürger-Kulturzentrums für Kunstschaffende und Vereine mit variablem Platz von 200 bis zu 600 Plätzen.

Die FGL steht auch für einen sorgsamen Umgang mit der Stadtgeschichte und ihren Denkmälern. Eine Erinnerungskultur bewahrt das Schöne und rückt auch historische Schattenseiten ins Bewusstsein. Dazu zählt die Geschichte der Juden in Forchheim, auf die die Stadt mit sogenannten „Stolpersteinen“ hinweisen könnte.Am Standort der ehemaligen Synagoge in der Wiesentstraße sollte es einen Erinnerungsort geben.

Kultur bringt Leben und Phantasie in die Stadt. Vielfältige Kulturangebote steigern den Freizeitwert für Einwohner und Gäste und sind damit auch ein Standortfaktor, den Forchheim gegenüber den großen Städten in der Region in die Waagschale werfen kann.

Mit den Ideen der FGL wird Forchheim kulturell reicher!