Jahreshauptversammlung

Forchheimer Grüne mit neuem Vorstand

Sprecher Emmerich Huber konnte im „Alexandros“, dem ehemaligen Bräustüberl, bei der erfreulich gut besuchten Mitgliederversammlung der Forchheimer Grünen Liste einen sehr positiven Rückblick geben. Im Vordergrund stand der engagierte und mit dem Bundestagsmandat für Lisa Badum gekrönte Wahlkampf. Huber betonte die gute Zusammenarbeit  und den Einsatz der vielen Aktiven im ganzen Landkreis

und bedankte sich bei den Anwesenden.  Das Mandat für Lisa Badum sei nicht nur ein riesiger Erfolg, sondern auch Rückenwind für die weitere Arbeit in der Region. Mit dem neuen Büro in bester Lage am Paradeplatz habe man nun auch wieder einen Mittelpunkt.

Als weiteren Schwerpunkt nannte Huber das erfolgreiche Engagement für das Grüne Volksbegehren gegen die Betonflut. Die Forchheimer Aktion der Flächenversiegelung mit Kartons und die Infostände mit Unterschriftensammlungen hätten viel Aufmerksamkeit erzeugt und seien in mehreren Städten in Franken von Nürnberg bis Bamberg kopiert worden. Die Beteiligung an den Aktionen bezeichnete er als genial und mit dem neu gegründeten „Bündnis gegen Flächenfraß“ sein man im Landkreis ausgesprochen breit aufgestellt.

Ein Desaster nannte Huber allerdings aus Grüner Sicht die Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene, wie auch global. Von einem wirksamen Umwelt und Klimaschutz sei man weit entfernt und unsere Lebensgrundlagen weltweit gefährdeter denn je. Hart ging er auch mit der CSU ins Gericht. Deren Strategie der Angstmacherei , Abschottung und Konzentration auf ein Thema, nämlich Asyl, sei erbärmlich und dürfe nicht aufgehen. Mit starken Grünen in Bayern müsse wieder verantwortungsvolle Zukunfts-Politik gemacht werden, ihm fehle aber die Phantasie für eine Zusammenarbeit mit den momentanen Exponenten der CSU.

Kassier Steffen Müller-Eichtmayer berichtete über den zufriedenstellenden Kassenstand und die Prüfer bestätigten eine „hervorragend übersichtliche“ Kassenführung, so daß der Kassier ohne Gegenstimme unter Beifall entlastet wurde.

Engagiert diskutierten die Mitglieder nach einem kurzen Bericht aus dem Stadtrat über das schwierige Verhältnis zwischen Stadtrat und Oberbürgermeister. Vor dem Hintergrund der teilweisen Überforderung der Verwaltung und der finanziellen Grenzen des städtischen Haushalts gab es auch unterschiedliche Sichtweisen zur Frage, ob Forchheim eine Landesgartenschau durchführen soll. Mehrheitlich sieht auch die Grüne Basis die Gartenschau eher skeptisch und unterstützt die Linie der Fraktion.

Eine interessante Satzungsänderung wurde nach kurzer Diskussion einstimmig beschlossen: auch Nicht-Parteimitglieder können im Ortsverband nun bei kommunalen Themen gleichberechtigt mitreden und entscheiden.

Hauptpunkt des formalen Teils der Versammlung war die anstehende Neuwahl des Stadtvorstandes. Weil Sabine Sklenar wegen hoher beruflicher und familiärer Belastung nicht mehr kandidierte, stellte sich schließlich Dr. Petra Nathan, eine 35-jährige Biochemikerin und Pharmareferentin zur Wahl. Die Nachfrage, wie denn Pharmaindustrie und Engagement bei den Grünen zusammenpasse, amüsierte sie sichtlich. „Der Job bedeutet doch nicht, daß man sein Hirn ausschalten und die Augen z.B. vor den riesigen Umwelt-Problemen verschließt“ entgegnete sie. Ihre Wahl zur neuen OV-Sprecherin erfolgte dann ohne Gegenstimme und sie nahm die Wahl unter großem Beifall an.

Als OV-Sprecher wurde Emmerich Huber ebenfalls ohne Gegenstimme wieder gewählt und ebenso im Amt bestätigten die Mitglieder Steffen Müller-Eichtmayer als Kassier. Interessant wurde es dann bei der Wahl der 3 Beisitzer, denn es gab überraschend 6 Vorschläge, bzw. Bewerbungen, was Huber als erfreuliches Zeichen von Engagement im OV deutete. Als Beisitzerinnen zum Zug kamen wie bisher Stadträtin Edith Fießer und Fabiola Reges-Huber. Neuer Beisitzer ist Dr. Daniel Thieme, aus Kersbach.

Nathan und Huber bedankten sich abschließend bei den Mitgliedern für die engagierten Diskussionen und die konzentrierte Abarbeitung der Tagesordnung. Die beiden Sprecher sehen den OV bestens gerüstet für die anstehenden Aufgaben, sowohl bei den Themen vor Ort und besonders für den anstehenden Landtags-Wahlkampf.