Die Stadtratsfraktion der Grünen – Forchheimer Grüne Liste (FGL) weist in einer Pressemitteilung die auch in ihre Richtung auf der SPD-Jahreshauptversam­mlung geäußerten, pauschalen Vorwürfe zurück.

„Wir initiieren weder medienwirksame Aktionen noch beteiligen wir uns an einer Hetzjagd gegen den OB“, betont die Fraktionssprecherin Annette Prechtel.

Wer solche Behauptungen in den Raum stelle, verkenne die momentane Situation im Stadtrat und die mangelnde Kommunikation des Stadtoberhauptes unter anderem mit der Fraktion der Grünen.

„Als Forchheimerin und als Grüne konnte und kann ich die Art und Weise, wie OB Kirschstein mit dem Thema Rathaussanierung umgegangen ist, nicht akzeptieren und habe mich wie etwa drei Viertel der Stadträtinnen und Stadträte intensiv auf die Sondersitzung zum Rathaus vorbereitet“, so Prechtel weiter. „Wir trafen auf eine – in meinen Augen – zu schlecht vorbereitete Stadtspitze, die noch dazu anfangs versucht hat, Informationen vonseiten des Architekten zurück zu halten. Warum er einen Planungsstopp zum Rathaus am Stadtrat vorbei verhängt hat, hat der OB bis dato nicht beantwortet. Sämtliche in der Sondersitzung gestellten und überfraktionell ausgearbeiteten Fragen halte ich für wichtig und die geäußerte Kritik zum einen für berechtigt, zum anderen sachlich am Handeln des OB angesetzt. Zu keinem Zeitpunkt haben wir den OB persönlich angegriffen!“ 

Das Thema Rathaus sei aber nicht das einzige Thema,

bei dem die grüne Stadtratsfraktion anderer Meinung als die SPD-Fraktion beziehungsweise der OB sei. Leider gebe es mittlerweile eine ganze Reihe von Themen, bei denen sich die Grünen deutlich mehr von einem SPD-OB erhofft hatten. In erster Linie sei dies das Thema offene und rechtzeitige Information der Öffentlichkeit und des Stadtrats und eine breite BürgerInnenbeteiligung bei zentralen Themen wie etwa der Nutzung öffentlicher Gebäude.

In Sachen Ökologie habe der OB bisher nichts geliefert. Weder habe er sich eindeutig gegen den Bau der Südumgehung ausgesprochen noch gegen weitere Baugebiete in ökologisch sensiblen Gebieten.

 Aber auch in Sachen Kultur sei die Fraktion völlig enttäuscht, wie wenig da komme und wie unkoordiniert und an der vorherrschenden Meinung im Gremium vorbei agiert werde. Eine aus anderen Städten zusammengeschusterte, unausgegorene und auch nicht mit den Kulturschaffenden kommunizierte Kulturförderrichtlinie sei entschieden zu wenig. Eine Kulturhalle im alten Krankenhausgarten, wie jüngst von der Verwaltung völlig unfundiert vorgeschlagen, ist für die grüne Stadtratsfraktion ein No-Go.

 Die grüne Stadtratsfraktion legt Wert auf die Feststellung, dass sie gerne mehr mit der Forchheimer SPD und dem OB Kirschstein zusammenarbeiten würde. „Wir leisten aber keine blinde, rot-grüne Gefolgschaft, sondern bleiben sowohl unserem Anspruch an die politische Arbeit, als auch unseren kommunalpolitischen Zielen treu“, stellt die Fraktionssprecherin klar.