Grüne gegen oberen Kellerwald-Parkplatz

Die Forchheimer Grünen wenden sich ganz entschieden gegen den von den beiden Stadtratsmitgliedern des FBF geforderten zusätzlichen Parkplatz am Oberen Kellerwald. Emmerich Huber, Sprecher der Grünen, hält das Vorhaben für eine ausgesprochene Schnaps-, bzw. Bier-Idee, geht aber davon aus, dass der Antrag des FBF dennoch ernst gemeint ist, denn offensichtlich wurden in der Verwaltung bereits Planungen in Richtung einer Parkplatzfläche für etwa 80 Pkw aufgenommen, ohne daß der Stadtrat oder ein Ausschuß bisher damit befaßt waren. Lächerlich und ärgerlich finden die Grünen auch teilweise die Begründung des Vorhabens, nämlich u.a. das Ziel einer Eintragung des Kellerwaldes als größten Biergarten im Guinness-Buch. Für so einen Gag wertvollen Naturraum zerstören zu wollen, halten sie schlicht für absurd und unverantwortlich. FGL-Stadträtin Edith Fießer weist darauf hin, daß das Waldstück gleich mehrfach geschützt ist, nämlich u.a. als Naturpark, Landschaftsschutzgebiet, Bann-, Erholungs- und Klimaschutzwald. Außerdem siedelten dort geschützte Tier- und Pflanzenarten.

Abgesehen von diesen eher formalen Hindernissen wenden sich die Grünen auch massiv gegen die Vorstellung, immer

und an jeden Ort und auch in die schönste Natur möglichst nah mit dem Auto kommen zu müssen. „Wir warten nur noch drauf, daß hier einer den Antrag auf einen Drive-in-Keller stellt“ sagt Huber. Auto und Bierkeller passe ohnehin nicht zusammen und die Keller seien insgesamt gut erreichbar, z.B. mit dem Fahrrad und beim Anna-Fest sogar mit dem Shuttle. Die ÖPNV-Anbindung müsse aber verbessert werden. Noch mehr Parkplätze ziehen, so zeige jede Erfahrung, noch mehr Autoverkehr nach sich, was die Situation für die Anlieger noch verschärfen würde. Im Umkreis des Kellerwaldes gäbe es, so argumentieren die Grünen, ohnehin bereits an die 600 Parkplätze und allein in unmittelbarer Nähe des Schützen-Kellers, also ganz oben, rd. 30. Von denen ist aber nach Feststellung Hubers nur genau einer für Behinderte ausgewiesen. Das sollten seiner Meinung nach mindestens 4 oder 5 sein, denn das sei ein nachvollziehbarer Bedarf – und die sollten ganzjährig offen sein. Ansonsten betonen die Grünen, müsse es dabei bleiben, nämlich, daß man auf die Keller GEHT und nicht auf die Keller fährt.

Emmerich Huber

Bild: Fabiola Reges-Huber