Unter dem Motto “Wir haben es satt” demonstrierten am Samstag 21.1.2017 auch die Forchheimer Grünen, angeführt von 130 Bulldog-Fahrern, zusammen mit fast 20.000 Bürger gegen Fehlsteuerungen in der Landwirtschaft. Zur Fahrt nach Berlin hatte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz einen Bus organisiert. Los ging`s um 5 Uhr früh am Bahnhof Forchheim, dann von ca. 10.30 bis 16.30 Uhr gut 6 Stunden Aktion bei Temperaturen um die null Grad und wieder retour kurz nach 22 Uhr. “Viel Aufwand, hinsichtlich 900 Km Fahrt nicht gerade ökologisch und auch wegen der Kälte ganz schön hart - aber

gegen den Einfluss der Agrarindustrie-Lobby können wir nur mit entschlossenem Engagement überhaupt was bewirken” sagt Fabiola Reges-Huber. Sie ist überzeugt, dass die Demo ein starkes und sichtbares Zeichen gegen ein “weiter so” in der Landwirtschaftspolitik gesetzt hat – für mehr ländlich-bäuerliche Landwirtschaft an Stelle von Tierfabriken, durch Unmengen von Gülle verseuchte Böden und massenhaften Mißbrauch von Antibiotika und Pestiziden. Artgerechte Aufzucht an Stelle von bestialischer Massentierhaltung. Erhalt auch kleinerer Höfe, gerade in unserer  Region an Stelle des Aufkaufs von Agrarflächen durch Investoren, wie jüngst in großem Stil durch die Münchner Rück. Letzteres kommt einem Ausverkauf unserer Heimat gleich.

Sprechchöre forderten Landwirtschaftsminister Schmidt von der CSU immer wieder auf, endlich aufzuwachen. Dazu Emmerich Huber, unser Sprecher: “ Was gerade die Bayerischen Minister von der CSU in Berlin abliefern ist schädlich, erbärmlich und peinlich. Ein Dobrindt erlaubt der Autoindustrie zu Lasten unserer Gesundheit seit Jahren massive Manipulation bei den Schadstoffen und quält uns (und Heerschaaren von hochbezahlten Beamten) mit seiner bescheuerten Ausländer-Maut und Minister Schmidt unterstützt mit Milliarden-Subventionen nach wie vor Massentierhaltung und Agrarindustrie, statt endlich die von uns Grünen seit Jahren geforderte Umsteuerung zu nachhaltiger Landwirtschaft in Angriff zu nehmen”.

Besonders ärgerlich finden wir Grüne außerdem das neue von Schmidt vorgestellte Lebensmittel-Label “Mehr Tierwohl”. Die Kriterien für die Vergabe stehen nicht einmal im Ansatz fest, irgendwo zwischen Bio und Industrieerzeugung soll es sein, und selbstverständlich freiwillig. Reine Augenwischerei statt wirksamer Maßnahmen. Mit Getöse wird so getan, als würde was getan. Eine weitere Alibiaktion anstatt die unhaltbaren Zustände durch klare Regelungen für den Tierschutz zu beenden. Von einer Umsteuerung der Agrarsubventionen hin zur naturverträglichen und tierfreundlichen Landwirtschaft können wir leider bis auf Weiteres nur träumen.